DRUCKEN

07.05.2018, Wien: AUVA-Statistik Wien 2017: Unfallrate auf Rekordtief und kürzere Krankenstände nach Arbeitsunfällen


Unfallrate bei steigenden Beschäftigungsverhältnissen neuerlich gesunken – AUVA unterstreicht ihre Stellung als international beachtetes Erfolgsmodell

Die Unfallrate in Österreich ist 2017 neuerlich gesunken und hat damit einen historischen Tiefststand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1948 erreicht – und das bei steigenden Beschäftigungsverhältnissen. Auch in Wien setzt sich der österreichweite Trend fort.

Seit 130 Jahren verfolgt die AUVA das Ziel, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Mit Erfolg, denn seit den 1990er Jahren ist es gelungen, die Zahl der Arbeitsunfälle fast zu halbieren. 2017 ist die Unfallrate so niedrig wie nie – und das, obwohl die Beschäftigungsverhältnisse gestiegen sind. „Umso wichtiger ist es, sicherzustellen, dass die AUVA weiterhin ihre Leistungen im vollständigen Ausmaß erbringen kann und nicht zerschlagen wird. Denn die AUVA ist ein sozialpolitisches Erfolgsmodell, um das Österreich international beneidet wird“, sagt Rudolf Silvan, Vorsitzender der AUVA-Landesstelle Wien.

Arbeitsunfallstatistik Wien 2017

In Wiener Betrieben gab es 2017 16.584 Arbeitsunfälle von Erwerbstätigen (ohne Wegunfälle). Das sind um 170 Arbeitsunfälle (1,03 Prozent) mehr als im Jahr davor. Im selben Zeitraum ist die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse um 2,32 Prozent gestiegen. Betrachtet man die Unfallrate, bedeutet das, dass auf 1.000 Beschäftigungsverhältnisse durchschnittlich 17,31 Arbeitsunfälle kamen (2016: 17,52). Damit lag Wien unter dem österreichischen Durchschnitt, der mit 24,27 den historischen Tiefststand von 2016 neuerlich unterschritten hat. In den letzten fünf Jahren ist die Unfallrate in Wien von 19,30 auf 17,31 konstant gesunken.  

Krankenstandstage nach Arbeitsunfällen gesunken

Die Dauer des Krankenstands nach einem Arbeitsunfall ist im Vergleich zum Jahr davor ebenfalls gesunken: Durchschnittich beträgt die Anzahl der Krankenstandstage nach Arbeitsunfällen in Wiener Betrieben 11,91 Tage (2016: 12,44 Tage). Damit gehört Wien zu den Bundesländern mit den wenigsten Krankenstandstagen nach Arbeitsunfällen. „Gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die AUVA hat mit ihren Maßnahmen im Bereich der Prävention und der hervorragenden Unfallversorgung wesentlich dazu beigetragen, nicht nur die Zahl der Arbeitsunfälle, sondern auch die damit verbundenen Krankenstandstage zu reduzieren. Kürzere Krankenstandstage bedeuten letztlich geringere Kosten für Unternehmen und die Volkswirtschaft“, sagt Alexander Bernart, Direktor der AUVA-Landesstelle Wien. 

Gefährlichste Branchen, häufigste Unfallursachen

Die häufigsten Arbeitsunfälle von Wiener Betrieben ereigneten sich im Bau- und Baunebengewerbe: 2.630 Arbeitsunfälle. Das sind 15,85 Prozent aller Arbeitsunfälle in Wiener Betrieben. Dahinter folgen die Branchen „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (z. B. Arbeitskräfteüberlassung) mit 2.276 Arbeitsunfällen und „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ mit 1.871 Arbeitsunfällen. Die häufigsten Unfallursachen in Wiener Betrieben waren der „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (5.810 Arbeitsunfälle), „Sturz und Absturz“ (3.537 Arbeitsunfälle) sowie „Bewegung des Körpers ohne körperliche Belastung“, wie z. B. unkoordinierte Bewegungen, Anstoßen oder Zusammenstoßen (3.073 Arbeitsunfälle). 

Berufskrankheiten: Gehör und Haut besonders betroffen 

Die Zahl der Berufskrankheiten (156 Fälle) in Wien stieg 2017 im Vergleich zum Jahr davor (2016: 135 Fälle). Die häufigsten anerkannten Berufskrankheiten in Wien waren in weit mehr als der Hälfte aller Fälle die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit (91 Fälle), danach folgen Hauterkrankungen (22 Fälle) und asbestbedingte Krebserkrankungen (Rippenfell, Lunge oder Kehlkopf) (21 Fälle). 

Sicherheit, für Menschen im Arbeitsleben

Die Arbeitswelt verändert sich rasant, soziale Fragen verlieren aber nicht an Aktualität: Wie können Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten verhindert werden? Wie hilft man jenen, die trotz aller Bemühungen verunfallen oder erkranken? Wie kann sichergestellt werden, dass die Folgen für die Betroffenen ebenso bewältigbar sind wie für die Unternehmen und den Staat? Die Antworten darauf finden sich in der sozialen Unfallversicherung. Die AUVA erbringt alle ihre Leistungen integriert und inhaltlich abgestimmt: von der Prävention über die Unfallheilbehandlung und Rehabilitation bis hin zur finanziellen Entschädigung. 

 

  • Prävention: Die AUVA-Landesstelle Wien unterstützt Versicherte und Betriebe in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mit einem umfangreichen und großteils kostenlosen Präventionsangebot.
  • Haftpflichtablöse: Die AUVA entlastet Unternehmen von deren Haftung bei Arbeitsunfällen. Die Durchschnittskosten für einen Arbeitsunfall betragen rund 5.000 Euro, können im Einzelfall aber weitaus höher sein.
  • Unfallheilbehandlung und Rehabilitation auf europäischem Spitzenniveau im Traumazentrum Wien mit den Standorten in Meidling und Lorenz Böhler/Brigittenau sowie in den Rehabilitationszentren RZ Weißer Hof und RZ Meidling mit allen geeigneten Mitteln.
  • Rasche soziale und berufliche Wiedereingliederung durch Umschulungen, Unterstützung bei der Adaptierung der Wohnung, Versorgung mit Hilfsmitteln (z. B. Prothesen, Rollstühle etc.).
  • Finanzielle Entschädigung bei geminderter Erwerbsfähigkeit durch einen Arbeitsunfall, z. B. Versehrtenrente, Hinterbliebenenrente etc.


linkInfografik Unfallstatistik Wien 2017 (credit APA-Infografik) (183.6 KB)