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08.04.2018: Ofner zu Strache: AUVA will seit Jahren von versicherungsfremden Leistungen entlastet werden


Für sichere, umfassende Unfallversorgung in Österreich müssen Freizeitunfälle der AUVA fair abgegolten werden 

Erfreut zeigt sich AUVA-Obmann Anton Ofner, dass Vizekanzler Strache einer langjährigen Forderung der AUVA nachkommen möchte. "Der AUVA wurden immer mehr versicherungsfremde Leistungen vom Gesetzgeber auferlegt. Die AUVA fordert seit Jahren, von diesen Leistungen bzw. Zahlungen entlastet zu werden, damit sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren kann", so AUVA-Obmann Anton Ofner am Sonntag in Reaktion auf die ORF-Pressestunde. Umso wichtiger sei die heutige Kurskorrektur des Vizekanzlers, die AUVA hier entlasten zu wollen. Um die Unfallversorgung in Österreich auch weiterhin garantieren zu können, braucht es außerdem eine faire Abgeltung für die Behandlung von Freizeitunfällen. 

Tatsache ist, dass die AUVA Kosten für das Gesundheitssystem übernimmt, die mit der Finanzierung der beruflichen Unfallversicherung und -versorgung nichts zu tun haben. So werden Leistungen der Krankenkassen, die nach Arbeitsunfällen erbracht werden, von der AUVA überproportional abgegolten. "Die AUVA leistet eine Pauschalzahlung von über 200 Millionen Euro, das sind etwa 150 Millionen zu viel", betont Ofner. 

Die AUVA leistet einen Zuschuss zur Entgeltfortzahlung nicht nur für verunfallte, sondern auch für erkrankte Arbeitnehmer. Die AUVA muss für diese an sich sinnvolle Leistung, die aber nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, zusätzlich 47 Millionen Euro pro Jahr aufbringen. Eine Entlastung in diesen Bereichen würde es der AUVA erleichtern, sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren zu können.

Der größte Brocken für die AUVA liegt in der viel zu geringen Abgeltung für die Behandlung von Freizeitunfällen in ihren Unfallkrankenhäusern und Rehabilitationszentren. Die Krankenkassen erstatten der AUVA derzeit lediglich ein Viertel der tatsächlichen Kosten für eine Unfallbehandlung. Die AUVA versorgt aber österreichweit mehr als 50 Prozent aller Unfallopfer. Im Raum Wien, Graz und in der Stadt Salzburg mehr als die Hälfte aller Unfallpatientinnen und -patienten, im Raum Linz und Klagenfurt sind es fast zwei Drittel. Fast 90 Prozent aller behandelten Unfälle sind Freizeitunfälle. Insgesamt verlassen sich 370.000 Menschen im Jahr auf die Einrichtungen der AUVA.

"Die AUVA bekennt sich dazu, auch in Zukunft als Betreiber der Unfallkrankenhäuser allen Österreicherinnen und Österreichern Unfallversorgung auf Topniveau zu bieten und weiterhin die zahlreichen Freizeitunfälle zu behandeln. Wenn man es ernst meint mit der Ankündigung, die Unfallversorgung in Österreich nicht gefährden zu wollen, muss den Unfallkrankenhäusern der AUVA die Behandlung von Freizeitunfällen einfach fair abgegolten werden. Daran führt kein Weg vorbei", so Ofner.