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10.11.2017, Graz: BoysDay 2017


Schüler der NMS Graz-Andritz informierten sich im UKH Graz über mögliche Berufsbilder. Landesrätin Lackner überzeugte sich persönlich vom Engagement der Jugendlichen.

Der BoysDay, ein Aktionstag zur Berufsorientierung jenseits von Rollenklischees, ist eine österreichweite Initiative des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Ziel der Exkursionen ist es, dass Burschen bislang als "typisch weiblich" geltende Berufswelten kennenlernen. 

Auch heuer nahmen an dieser Einladung wieder zahlreiche Schulen aus Graz und allen Regionen der Steiermark teil.

21 Burschen im Alter von 12 bis 14 Jahren der NMS Graz Andritz besuchten mit ihren Lehrerinnen Kathrin Khom und Karin Much auch dieses Jahr das AUVA-Unfallkrankenhaus Graz, um unter dem Motto "jung, männlich, cool, KRANKENPFLEGER" in den Krankenhausalltag und in den Pflegeberuf hinein zu schnuppern. 

Landesrätin Mag. Ursula Lackner, Landesstellendirektor DI Dr. Hannes Weißenbacher, Verwaltungsleiter Gerald Schlemmer, MAS, und Wolfgang Obendrauf (Fachstelle für Burschenarbeit) überzeugten sich vor Ort persönlich vom Engagement der Jugendlichen. 

Die stellvertretende Pflegedienstleiterin Luise Safner, MSc und die stellvertretende Bereichsleiterin Barbara Simitz stellten in einer kurzen Präsentation die Geschichte der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) sowie des AUVA-Unfallkrankenhauses Graz dar und beleuchteten die vielfältigen Arbeitsfelder, die neue Ausbildungsreform sowie neue Karrierechancen im Pflegeberuf. Die Burschen zeigten an den vorgestellten pflegerischen Herausforderungen und den schönen Aspekten des Berufsbildes großes Interesse, viele Fragen und Meldungen wurden eingebracht.

Die anschließende Führung durch das AUVA-Unfallkrankenhaus Graz gab den Burschen die Möglichkeit, einen ganz konkreten Einblick in die Arbeit der Pflege und zu den krankenhausspezifischen Bereichen zu erlangen und auch selbst im wahrsten Sinn des Wortes "Hand anzulegen".

Von der Rettungseinfahrtshalle ging es in den Schockraum, wo sie mit großen Augen und offenen Ohren den Ausführungen von DDr. Martin Sauerschnig lauschten und sich vor ihrem geistigen Auge gleich selbst als Oberärzte und Krankenpfleger im lebensrettenden Einsatz für Schwerverletzte sahen. In Nullkommanix war ein Freiwilliger gefunden, der sich vom Facharzt persönlich mit einem Ultraschallgerät, inklusive dem "Gatsch" den man dafür braucht, untersuchen ließ. Bald konnte DDr. Sauerschnig an einen Jugendlichen übergeben, der die Bauchuntersuchung ohne größere Patientenschäden erfolgreich beendete. 

Schüler der NMS Graz-Adritz im UKH Graz Große Begeisterung herrschte bei den Schülern der NMS Graz-Andritz bei ihrem Besuch im UKH Graz. Auch Landesrätin Ursula Lackner überzeugte sich persönlich vom Engagement der Jugendlichen. 



Im CT (Computertomographie) präsentierte Petronella Messerschmidt (stellvertretende Bereichsleitung der Radiologie) die Vielfalt der Untersuchungs- und Darstellungsmöglichkeiten und sorgte mit unerwarteten radiologischen Einblicken in noch ungeöffnete Pakete für Staunen. 

Anschließend machte Gerhard Fasching (OP und Gipsassistent) großen Eindruck, als er demonstrierte, mit welchen (Gips-)Verbänden er auch den aufgewecktesten Jugendlichen ruhigstellen könnte. Im weiteren Rundgang konnte man einen Einblick von der Erstaufnahme und der dort durchgeführten Reihung der Patientinnen und Patienten nach medizinischer Dringlichkeit erfahren. Über die hohe Anzahl der Patientinnen und Patienten im ambulanten Bereich, um die 450 bis 500 Patientinnen und Patienten täglich, staunten die Boys sehr. 

Auf der Krankenstation wurden Finger verbunden, Schultern ruhiggestellt und ein Jugendlicher unter Einsatz kinästhetischer Prinzipien von der Liegeposition zum Querbettsitzen gebracht. Eine kurze Vorstellung des "coolen" Diplomkrankenpfleger Michael Wieser brachte den Burschen seine Beweggründe, diesen Beruf zu erlernen, näher und informierte sie über seine Erfahrungen im Pflegealltag. Auf einen geplanten Kurzbesuch schauten wir in ein Patientenzimmer hinein wo ein "echter" Patient mit einem "Eisengestell", einem externen Fixateur, uns vom Unfallhergang, seiner Verletzung und den Tätigkeiten, die die Pflege täglich durchführt, erzählte.

Im Heizungstechnikraum gewährte Jürgen Ertl (Haustechnik) den Jugendlichen einen Blick hinter die Kulissen eines Krankenhauses, bis das Knurren der Mägen die Lüftungsgeräusche übertönte. Das Ausfüllen eines Feedbackbogens stand als "Hindernis" noch bevor, danach konnte jeder Jugendliche wohlverdient eine Urkunde und ein kleines Präsent in Empfang nehmen. Vor der Stärkung musste aber noch jeder der Burschen unter den gestrengen Augen des Qualitätsmanagers Bärnthaler Markus und der Hygienefachkraft Dorfner Petra beweisen, dass er sich richtig die Hände desinfizieren kann - unter UV-Licht wurde jede noch so kleine Stelle ohne Desinfektionsmittel sofort entlarvt.  

Für das AUVA-Unfallkrankenhaus Graz ist es immer wieder eine Freude, am BoysDay teilzunehmen und den Schülern die Vielfalt des Pflegeberufes näher zu bringen. Vielleicht konnten wir ja den einen oder anderen davon überzeugen und den Pflegeberuf als Berufswahl schmackhaft machen?