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22.02.2017: AUVA: Prävention durch Licht und Beleuchtung


Bei geringer Sicht und schlechter Beleuchtung ermüden wir schneller, die Konzentration sinkt und es steigt die Unfallgefahr. 

Licht und Beleuchtung haben Einfluss auf die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und die Sicherheit am Arbeitsplatz. Wir brauchen gutes Licht, um gut zu sehen. Dieses Licht kann die Sonne als natürliche Quelle (Belichtung) oder eine künstlich geschaffene sein (Beleuchtung). Gemessen wird die Stärke von Licht und Beleuchtung in Lux. An einem sonnigen Sommertag beträgt sie im Freien rund 100.000 Lux, an einem trüben Wintertag misst man im Vergleich dazu nur ca. 5.000 Lux.

Arbeitsräume müssen laut Gesetz möglichst gleichmäßig natürlich belichtet (Lichteintrittsflächen mit Sichtverbindung ins Freie) und zudem mit einer möglichst gleichmäßigen, ausreichenden künstlichen Beleuchtung ausgestattet sein.

Anpassung der Beleuchtung an Tätigkeiten

Die Beleuchtungsstärke in Arbeitsräumen muss mindestens 100 Lux betragen, sie muss aber zusätzlich an die Sehaufgabe angepasst werden. Ein gut beleuchtetes Büro muss daher mindestens 500 Lux am Arbeitsplatz aufweisen, Prüf- und Kontrollarbeitsplätze brauchen hingegen zumeist deutlich mehr Beleuchtung.

Reflexionen oder Blendungen durch Licht können auftreten und Beschäftigte beeinträchtigen. Blendung wird als sehr unangenehm erlebt und führt nicht nur zu gesundheitlichen Problemen der Augen, sondern kann sich auch unangenehm auf die Körperhaltung auswirken. Die ständigen, oft unmerklichen Anpassungen der Augen an die unterschiedlichen Helligkeiten am Arbeitsplatz und dessen Umgebung können zu einer Überlastung der Augenmuskeln führen. Trockene Augen, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen sind dann oft die Folge.

Alternsgerechtes Arbeiten erfordert gutes Licht

Der aktuelle Präventionsschwerpunkt der AUVA 2016/17 widmet sich dem Thema Alternsgerechtes Arbeiten. Das Alter spielt bei Licht und Beleuchtung eine gewisse Rolle. "Mit zunehmendem Alter steigt der Lichtbedarf deutlich an. Bei allen Menschen tritt bereits etwa ab dem 40. Lebensjahr eine spürbare, langsam anwachsende Verschlechterung der Sehleistung ein, mit rund 50 Jahren vermindert sich die Sehschärfe. Mit fortschreitendem Alter kommen weitere Einschränkungen hinzu, jedoch sind diese Veränderungen von Mensch zu Mensch unterschiedlich - ergonomisch sehr gut gestaltete Arbeitsplätze sind daher für alle Altersstufen geeignet und bewirken, dass die Arbeitsleistung in keinem Alter beeinträchtigt wird", informiert AUVA-Präventionsexpertin Brigitte-Cornelia Eder. 

Das Lichtspektrum reguliert Tag-Nacht-Rhythmus

Die spektrale Zusammensetzung des Lichts spielt nicht nur für die Sehfunktion eine wichtige Rolle - sie nimmt auch Einfluss auf die innere Uhr des Menschen. Hierfür sind spezielle Sinneszellen auf der Netzhaut verantwortlich. Diese reagieren auf den Blauanteil des Tageslichts besonders sensibel. Um diesen Effekt gesundheitsfördernd zu nutzen, soll man etwa darauf achten, dass das Tageslicht in seinem natürlichen Verlauf stärker in die Arbeitsräume gelangt. Es kann auch nach sorgfältiger Lichtplanung die spektrale Zusammensetzung der künstlichen Beleuchtung dem Tageslichtverlauf angepasst werden.

Gute Lichtstimmung sorgt rundum für Wohlbefinden

Hoher Sehkomfort ermöglicht auch eine dauerhaft hohe Sehleistung. Bei Berufsgruppen, die mit Handwerkzeug feine Arbeiten durchführen, können gute Sichtbedingungen Verletzungen vorbeugen. Eine gute Lichtstimmung kann zusätzlich unsere Umgebung angenehm erscheinen lassen sowie Wohlbefinden und Motivation bei der Arbeit fördern. Viele Firmen nutzen eine entsprechende arb- und Lichtumgebung für Arbeits- und Pausenräume, um durch die Wirkung des Lichts sowohl das Leistungsvermögen als auch den Erholungseffekt der Beschäftigten zu unterstützen.

Schlechte Beleuchtung führt zu höherer Fehlerhäufigkeit

"Zu dunkle Arbeitsplätze, die uns Objekte schlecht unterscheiden lassen, erhöhen die Fehlerhäufigkeit. Gleiches gilt auch bei Blendungen oder Reflexionen z. B. auf Bildschirmen, die durch zu helle Fenster oder Wände entstehen können. Oft optimieren kleine und einfache ergonomische Maßnahmen die Beleuchtungssituation an Arbeitsplätze", erklärt AUVA-Präventionsexperte Michael Wichtl. Weiße Wände oder helle Flächen, die Licht stark reflektieren, können mit Bildern oder einer anderen Wandfarbe durchbrochen werden.

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