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30.01.2017, Graz: Erfolgreiches Patienten-Blut-Management


UKH Klagenfurt hält Rate der Fremdbluttransfusion so gering wie möglich  

Trotz exzellenter Kooperation mit der Blutbank des Roten Kreuz Kärnten und der hervorragenden Qualität der gelieferten Blutkonserven und Blutprodukten, ist das AUVA-UKH Klagenfurt - dem internationalen Trend entsprechend - seit Jahren bemüht, die Rate an Fremdbluttransfusionen  so gering wie möglich zu halten. 

Diese Bemühungen fruchten in einer deutlichen Reduktion der Bluttransfusionen und somit auch in einer Verminderung der möglichen Komplikationen von Fremdblutgaben. So wurden in den letzten zehn Jahren keine vital bedrohlichen durch Bluttransfusionen verursachten Unverträglichkeitsreaktionen oder Infektionen im AUVA-Unfallkrankenhaus Klagenfurt verzeichnet. 

Die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die zum Beispiel bei Kniegelenksersatz durch Knieprothese postoperativ Fremdblut zur Anämie-Behandlung benötigten, konnte im Zeitraum von zehn Jahren halbiert werden. Aber auch die benötigte Anzahl an Konserven pro transfundierten Patienten hat sich wesentlich verringert. 

So werden aktuell 93 Prozent der Knieprothesenimplantationen im von Prim. Priv.Doz. Dr. Smekal geleiteten AUVA-UKH Klagenfurt ohne Bluttransfusionen durchführt. 

Die Anstrengungen um diese Ergebnisse gewährleisten zu können, werden unter dem Überbegriff "Blood-Patient-Management" zusammengefasst.  

Prim. Priv.Doz. Dr. Vinzenz Smekal, OA Dr. Thomas Rieder und Prim. Dr. Christian Wolrab-Leitgeb Im Bild von links nach rechts:
Prim. Priv.Doz. Dr. Vinzenz Smekal - Ärztlicher Leiter, 
OA Dr. Thomas Rieder - Blutdepotleiter, Prim. Dr. Christian Wolrab-Leitgeb - Leiter des Instituts für Anästhesiologie



Der Leiter des Instituts für Anästhesiologie Dr. Wolrab-Leitgeb weist darauf hin, wie wichtig hier das Zusammenspiel von Innerer Medizin, Anästhesie und Unfallchirurgie bzw. Orthopädie ist. Denn nur durch ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln von vorbestehenden eventuell verdeckten bzw. relativen Blutmangelzuständen und eine vor der Operation rechtzeitig durch den Internisten eingeleiteten Therapie, einer vom Operateur gewählten blutsparenden Operationsmethode sowie einer intraoperativ vom Anästhesisten optimierten Blutgerinnung und Narkoseführung kann dieses gute Ergebnis erreicht werden. 

Der Leiter der internistischen Ambulanz Oberarzt Dr. Aichbichler führt notwendige präoperative Untersuchungen zur Einschätzung des individuellen Operationsrisikos durch und leitet eventuell notwendige Therapieanpassungen ein. Sind präoperative Eisentransfusionen notwendig, so können diese vor einer geplanten Operation ambulant durchgeführt werden. 

Eine weitere wichtige Säule des "Blood-Patient-Managements" ist ein restriktives Transfusionsregime mit strengen Indikationsstellungen zur Bluttransfusion und Ausnützung der individuellen Anämietoleranz bei gleichzeitig genauer Überwachung der Patientin bzw. des Patienten hinsichtlich seiner Vitalparameter und eventueller Transfusionstrigger. 

Diese Überwachung ist durch die erst im Jahr 2015 neu gebaute und vergrößerte Intensivstation mit ebenfalls vergrößertem Postnarkosebereich möglich. Neben den sich für die Patientinnen und Patienten ergebenden Vorteilen des gelebten Blood-Patient-Management weist Blutdepotleiter Oberarzt Dr. Rieder auch auf sich ergebende nachhaltige gesundheitsökonomische Vorteile hin.