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26.01.2017, Salzburg: Gesundheitsrisiko: Sitzen


Ein durchschnittlicher Büromensch sitzt während seines Arbeitslebens etwa 80.000 Stunden am Schreibtisch, die Schulzeit inbegriffen. Mehr Bewegung, besonders im Alltag, minimiert Gesundheitsrisiken, die durch Dauersitzen entstehen können.


Der Wandel der Industriegesellschaft hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir bis zu 10 Stunden pro Tag sitzend verbringen - uns also immer weniger bewegen. Der durchschnittliche Büromensch sitzt während seines Arbeitslebens etwa 80.000 Stunden am Schreibtisch, die Schulzeit - oft auf dürftigen Stühlen - inbegriffen.

Was mit der Schule beginnt, setzt sich später im Erwachsenenalter fort. Der Tagesablauf wird überwiegend von sitzenden Tätigkeiten bestimmt. Dies hat eine steigende Zahl an nicht übertragbaren Krankheiten zur Folge. Neben den bekannten Risiken für Muskel- und Skelett-Erkrankungen besteht durch Dauersitzen unter anderem auch ein erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- oder an verschiedenen Krebsarten zu erkranken.  

Viel und langes Sitzen birgt Gesundheitsrisiko.

Wirbelsäulenerkrankungen sind ein häufiger Auslöser für Krankenstandstage – die AUVA-Ergonomiegruppe hilft mit Präventionsmaßnahmen. Selbst Sport und Bewegung nach langen Sitzzeiten können diesen Schaden nicht ausreichend oder nur schwer kompensieren. Deshalb ist es unabdingbar, die Sitzzeiten immer wieder zu unterbrechen und generell zu verkürzen. Als Orientierungshilfe für den gesunden Arbeitstag gilt die Faustregel 50 Prozent Sitzen, 25 Prozent Stehen, und 25 Prozent Bewegen. Dies gelingt mit einer bewegungsanregenden Umgebung in Schule und Beruf. Im Optimalfall gibt es Tischsysteme, die Arbeiten im Sitzen und Stehen ermöglichen. Wer sich aktiv bewegt, lebt gesünder und länger!

Bauen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag ein.

Indem Sie beispielsweise mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Schule fahren oder das Auto entfernt parken und ein Stück zu Fuß gehen. Unterbrechen Sie Sitzzeiten durch Gehen oder Stehen und schaffen Sie sich bewegungsanregende Umgebungen (z. B. "Stehungen" anstelle von Sitzungen, bewusste Laufwege zum Kopierer oder Kaffeeautomaten, bewusste Neu-Anordnung von Haus- und Arbeitsmitteln)

Eine aktuelle Studie zeigt: Eine Stunde Bewegung pro Tag kann das Gesundheitsrisiko von 8 Stunden Sitzen möglicherweise ausgleichen. Demnach würde schon rasches Gehen oder Radfahren reichen.
Studie: James F Sallis, Fiona Bull, Regina Guthold, Gregory W Heath, Shigeru Inoue, Paul Kelly, Adewale L Oyeyemi, Lilian G Perez, Justin Richards, Pedro C Hallal, for the Lancet Physical Activity Series 2 Executive Committee*: Physical Activity 2016: Progress and Challenges: Progress in physical activity over the Olympic quadrennium, THELANCET-D-16-00662R2, S0140-6736(16)30581-5, Embargo: July 27, 2016—23:30 (BST)

"Diese Risiken können reduziert, oder ganz eliminiert werden. Dazu ist es notwendig mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. Eine Stunde Bewegung täglich für Erwachsene wäre ideal", rät die Ergonomie-Expertin der AUVA, Mag. Barbara Seirer-Baumgartner.

Gesundheit im Unternehmen

Um die Gesundheit der Mitarbeiterin bzw. des Mitarbeiters zu fördern muss das Konzept des Sitzarbeitsplatzes im Unternehmen hinterfragt werden. Dabei geht es nicht um eine Verbesserung der Sitzhaltung, sondern um neue Arbeits- und Raumkonzepte, um Menschen von ihren Sesseln wegzubringen. Alles andere ist auf Dauer nicht gesund und auch keineswegs wirtschaftlich.


Die Präventionsexpertinnen und -experten der AUVA beraten Unternehmen im Bereich der Prävention zum Thema Ergonomie am Arbeitsplatz. Diesen Service können Unternehmen kostenlos in Anspruch nehmen. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter:
Tel.: +43 5 93 93-34701
E-Mail: SUV@auva.at


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