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16.06.2020, Linz: AUVA-Arbeitsunfallstatistik für Oberösterreich - Weiter sinkende Zahlen bei den Arbeitsunfällen


Mit zahlreichen Präventionsmaßnahmen trägt die AUVA dazu bei, die Arbeitswelt sicherer zu machen. Im vergangenen Jahr 2019 waren die Präventionsexpertinnen und -experten der AUVA in Oberösterreich bei 23.635 Betriebsberatungen mit den Schwerpunkten Sicherheitstechnik, Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie im Einsatz. Umgesetzt werden die Präventionsmaßnahmen von den heimischen Betrieben und ihren Beschäftigten, die von der Zusammenarbeit mit der AUVA gleich mehrfach profitieren, wie Landesstellenvorsitzender Dr. Erhard Prugger berichtet: „Weniger menschliches Leid, weniger unfallbedingte Ausfallszeiten und somit weniger finanzielle Belastung für die Unternehmen, das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft.“ 

Trotz hoher Beschäftigung weniger Unfälle

Für Oberösterreich verzeichnet die Statistik der AUVA 19.971 Arbeitsunfälle Erwerbstätiger, davon 2.245 auf dem Weg von und zur Arbeit. Das sind um 4,4 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2018: 20.882). Trotz steigender Beschäftigungsverhältnisse sinkt die Zahl der Arbeitsunfälle kontinuierlich. Die Unfallrate auf 1.000 Beschäftigungsverhältnisse beträgt 2019 27,36. Im Vergleich mit 2018 ist sie somit um etwas mehr als 4 % gesunken (2018: 28,60). Als Industriebundesland Nummer 1 liegt Oberösterreich damit zwar über dem Bundesschnitt, der sich mit 23,96 auf einem Rekordtief befindet, aber vor den Bundesländern Steiermark (27,73), Salzburg (30,81) und Kärnten (36,53).

Insgesamt wurden von der AUVA in Oberösterreich im Jahr 2019 29.721 Schadensfälle anerkannt (Österreich: 161.236). Neben den 19.971 Arbeitsunfällen Erwerbstätiger entfallen 9.474 Unfälle auf Kindergartenkinder im Pflichtjahr, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende. 276 Fälle von Berufskrankheiten wurden verzeichnet.

Die durchschnittliche unfallbedingte Krankenstandsdauer betrug 15,05 Tage.

Die unfallträchtigsten Sektoren und Berufe

Die meisten Unfälle passierten in der Produktion (5.194), am Bau (3.152) und in der KFZ-Branche (2.501). Die Berufsgruppe, die am häufigsten von Unfällen betroffen war, sind Landmaschinen- oder Industriemaschinenmechaniker und -schlosser (1.095).

Die häufigsten Unfallursachen waren der „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (6.011 Arbeitsunfälle), „Bewegung des Körpers ohne körperliche Belastung“, zum Beispiel unkoordinierte Bewegungen, Zusammenstöße oder Treten auf scharfe Gegenstände (3.863 Arbeitsunfälle) sowie „Sturz und Absturz“ (2.999 Arbeitsunfälle).

Bei den Berufskrankheiten liegt in Oberösterreich, wie schon in den Vorjahren, die Lärmschwerhörigkeit an der Spitze, gefolgt von Erkrankungen der Atemwege durch krebserzeugende Arbeitsstoffe (zum Beispiel Asbest) und Hauterkrankungen.

Die aktuellen Asbesterkrankungen sind meist Spätfolgen einer lange zurückliegenden Asbestexposition, nachdem die Verwendung des Materials in Österreich seit 1990 verboten ist. Zur Nachsorge für ehemals Asbestexponierte initiierte die AUVA 2004 ein österreichweites Programm.

6,5 % weniger Arbeitsunfälle bei den unter 25-Jährigen

„Die Statistik zeigt uns, wo es Erfolge gibt, zum Beispiel bei den sinkenden Unfallzahlen der  unter 25-Jährigen (2019: 4.411, 2018: 4.720), aber auch wo es noch verstärkt Präventionsmaßnahmen braucht. So werden wir Betriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter ganz intensiv rund um krebserzeugende Arbeitsstoffe beraten und auch bei der Prävention von Sturz und Fall-Unfällen und Handverletzungen aktiv bleiben“, so Mag. Marina Pree-Candido, Landesstellendirektorin.

Die Infokampagnen der AUVA „Gib acht, Krebsgefahr“ und „Gesunde Hände“ führten dazu, dass im vergangenen Jahr deutlich mehr Fälle an Berufskrankheiten bei der AUVA eingemeldet wurden.

Die meisten Unfälle passieren in der Freizeit

„Die hohen Sicherheitsstandards, die in Betrieben selbstverständlich sind, werden im Privaten oft ignoriert“, warnt Prugger. Die Statistik zeigt, dass 9 von 10 Patientinnen bzw. Patienten, die im AUVA-Unfallkrankenhaus Linz stationär behandelt werden, in der Freizeit verunglückt sind.

AUVA-Obmann DI Mario Watz abschließend: „Als AUVA werden wir in unserer Präventionsarbeit weiter nicht lockerlassen – denn jeder Arbeitsunfall und jeder Fall einer Berufskrankheit ist einer zu viel."

Die Unfallzahlen für Oberösterreich im Jahresvergleich

  • Arbeitsunfälle Erwerbstätiger inkl. Wegunfälle 2019: 19.971   -   2018: 20.882
  • Schadensrate auf 1.000 Beschäftigungsverhältnisse 2019: 27,36   -   2018: 28,60
  • In Ausbildung Stehende 2019: 9.474   -   2018: 9.190
  • Berufskrankheiten 2019: 276   -   2018: 191
  • Durchschnittliche Krankenstandstage 2019: 15,05   -   2018: 15,06