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17.07.2019, Linz: Trainieren ohne Risiko


Moderne Operationstechniken im Labor üben

Das Lernen und vor allem das Trainieren von Operationstechniken in Labors ist ein ganz wesentliches Qualitätsmerkmal für ein modernes Krankenhaus. Waren die sogenannten "Labs" früher hauptsächlich in Amerika üblich, so erreichen sie mittlerweile auch Mitteleuropa. Eines dieser österreichweit sehr raren Speziallabore ist im AUVA-Unfallkrankenhaus Linz.

"Wir sind sehr stolz auf dieses Speziallabor, in dem unsere Operateure die Möglichkeit haben, Nicht-Alltägliches zu trainieren und sich ständig zu verbessern. Denn nur durch gut ausgebildetes und hochqualifiziertes Personal können wir die bestmögliche Versorgung unserer Patienten gewährleisten", berichtet Prim Dr. Klaus Katzensteiner, ärztlicher Leiter des AUVA-Unfallkrankenhauses Linz. 

Aus Fehlern lernen

Das moderne Labor bietet vier Arbeitsplätze, an denen Operationen unter den gleichen Bedingungen trainiert werden können wie in einem Operationssaal. Das Besondere ist die Erfolgskontrolle, wie Prim Dr. Katzensteiner erklärt: "Unsere Ärztinnen und Ärzte aus dem Haus und auch die Kolleginnen und Kollegen, die aus dem ganzen deutschsprachigen Raum zu uns kommen, üben hier an Spendergelenken. Die Eingriffe im Lab sind daher 1:1 wie in der Praxis, nur ohne Risiko. Im Lab können wir den Erfolg oder Misserfolg einer Operation ganz unmittelbar kontrollieren. Wir sehen welche Auswirkungen zum Beispiel ein zu tiefer Schnitt mit dem Skalpell hat. Daraus kann man ungemein viel lernen."

Zusätzlich zu den regelmäßigen Inhouse-Trainings findet vier Mal im Jahr ein 2-Tages-Workshop unter der wissenschaftlichen Leitung von Prim Dr. Katzensteiner statt. Ärztinnen und Ärzte aus der ganzen Welt haben die Möglichkeit, vom Fachwissen der Linzer Unfallchirurginnen und -chirurgen im Bereich von Schulter-, Knie-, Ellbogen- oder auch Sprunggelenksoperationen zu profitieren.

Mobiler Operationssaal

Umgekehrt nutzt man auch im UKH Linz die Möglichkeit, in anderen Fach-Labs zu trainieren und so immer up to date zu bleiben. Medizinproduktehersteller touren mit mobilen Operationssälen durch ganz Europa. Erst kürzlich kam ein großer Lkw, in dessen Inneren sich ein High-Tech-Labor befand, aus Großbritannien ins UKH Linz. Nach zwei Tagen intensiven Trainings fuhr der mobile OP weiter in Richtung Spanien.

Die Chirurgen und OP-Pflegepersonen konnten bekannte Techniken bei Prothesen vertiefen und neue Produkte kennenlernen. Ganz entscheidend: Die UKH-Ärzte gaben Feedback an den Hersteller, wie gut man in der Praxis mit den Produkten arbeiten kann. 

"Für uns bietet der mobile Operationssaal gleich drei Vorteile: Erstens können sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit zur Weiterbildung nutzen. Zweitens sparen wir Zeit und Ressourcen, weil nicht wir ins Ausland fahren müssen, sondern die Expertinnen und Experten zu uns kommen. Und drittens können wir unsere Erfahrungen weitergeben und dazu beitragen, dass die Produkte noch praxistauglicher werden", freut sich Katzensteiner.