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03.02.2019: Krebs als berufliche Erkrankung: 2.000 Tote jährlich in Österreich


Anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar macht die AUVA auf Krebs als Berufskrankheit aufmerksam. Mit einer umfangreichen Kampagne wird auf krebserzeugende Stoffe am Arbeitsplatz hingewiesen, der sachgemäße Umgang damit kann Leben retten.

120.000 berufsbedingte Krebserkrankungen pro Jahr in ganz Europa, 80.000 Todesfälle, davon fast 2.000 in Österreich: Das sind die erschütternden Zahlen zum Thema Krebs und Arbeit. Krebserzeugende Stoffe sind an vielen Arbeitsplätzen zu finden; der sachgemäße Umgang damit kann Leben retten. Mit ihrem Präventionsschwerpunkt "Gib Acht, Krebsgefahr!" knüpft die AUVA an die Kampagne "Gesunde Arbeitsplätze - Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben" der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) an. 

Die AUVA-Expertinnen Marie Jelenko und Silvia Springer betonen dazu: "Jede berufliche Krebserkrankung ist eine zu viel. Prävention hat daher absolute Priorität. Wir wollen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer informieren und Bewusstsein für die Gefahren schaffen. Nur wenn Betriebe erkennen, dass sie mit krebserzeugenden Stoffen arbeiten und wissen, wie sie mit diesen Stoffen sicher umgehen, können sie beruflichen Krebserkrankungen effektiv vorbeugen."

Neben menschlichem Leid verursachen berufliche Krebserkrankungen auch hohe volkswirtschaftliche Folgekosten. Laut der "Roadmap on Carcinogens", an der neben der EU-OSHA auch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) und die Europäische Kommission beteiligt sind, liegen diese Kosten EU-weit bei 2,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Prävention ist mehr als Unfallvermeidung

"Beim Thema Prävention am Arbeitsplatz geht es um weit mehr als um die Vermeidung von Unfällen", sagt AUVA-Obmann Anton Ofner. "Als AUVA sind wir immer wieder gefordert, einen genauen Blick auf die Arbeitsplätze unserer fünf Millionen Versicherten zu werfen. Krebserregende Arbeitsstoffe sind eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Mit gezielter Aufklärungsarbeit verbessern wir die Lebensqualität der Betroffenen und verhindern potenziell schwere Erkrankungen. Darüber hinaus sparen diese Präventionsmaßnahmen der österreichischen Volkswirtschaft viel Geld. Hier leistet die AUVA einen unverzichtbaren Beitrag zu einer gesünderen und produktiveren Arbeitswelt."

Ein krebserzeugender Arbeitsstoff ist etwa Benzol, das zum Beispiel bei der Arbeit mit benzinbetriebenen Motorsägen unverbrannt ausgestoßen wird. In der Metallverarbeitung können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insbesondere mit Chrom(VI)-Verbindungen, die zum Beispiel beim Schweißen von Edelstählen entstehen oder in der Galvanik Verwendung finden, in Berührung kommen. Bei der Holzverarbeitung können Holzstaub in Tischlereien oder Formaldehyd bei frisch eingelagerten, verleimten Holzwerkstoffen problematisch sein. Formaldehyd als Lösung findet man in pathologischen Abteilungen von Krankenhäusern. Auch Reinigungsmittel können krebserregende Substanzen beinhalten; hier ist es wichtig, sich mit den Kennzeichnungen und Gefahrenhinweisen auf der Verpackung auseinanderzusetzen. Gerade zugekaufte chemische Erzeugnisse lassen sich relativ leicht ersetzen.  

Die AUVA bietet zu diesem Thema umfangreiche Informationsmaterialien, etwa Folder, Merkblätter und Erklärvideos, aber auch individuelle Beratungsgespräche und Schulungen.

Weitere Informationen:

linkwww.auva.at/krebsgefahr

linkwww.sichereswissen.info/krebsgefahr