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31.07.2018: Richtige Schultasche beugt Haltungsschäden vor


Für viele Schülerinnen und Schüler beginnt im September wieder die Schule. Schon beim Kauf der Schultasche sollte auf die Ergonomie geachtet werden, um Haltungsschäden zu vermeiden.

Mit dem Start des neuen Schuljahres beginnt wieder der Ernst des Lebens für Österreichs Schülerinnen und Schüler. Dabei ist es besonders wichtig, auf die Ergonomie der Schultasche zu achten, das heißt die optimale Passform, um den Rücken des Kindes möglichst wenig zu belasten. Eine junge Wirbelsäule reagiert sehr empfindlich auf Fehlbelastungen, da die Knochen noch nicht voll entwickelt und daher weich und verformbar sind. Neben mangelnder Bewegung können Fehlbelastungen daher ein Grund für Rückenschmerzen sein. Darüber hinaus kann eine über lange Zeit falsch getragene Schultasche – im schlimmsten Fall – irreversible Haltungsschäden verursachen.

Bub mit Schultasche Die AUVA empfiehlt daher, die Schultasche grundsätzlich gemeinsam mit dem Kind zu kaufen und Probe zu tragen. Wichtig ist jedenfalls, die individuell passende Einstellung der Schultasche für das jeweilige Kind. 


Tipps für den Kauf und den Gebrauch der Schultasche

  • Bei einer Schultasche mit 15 Litern Innenvolumen sollte das Leergewicht maximal 1,2 kg betragen.
  • Entsprechende Innenfächer sollten dafür sorgen, dass das Gewicht beim Packen gleichmäßig auf dem Rücken verteilt werden kann.
  • Für Tragegurte gilt: zumindest 4 cm Breite, ausreichend gepolstert sowie einfach und rasch zu verstellen.
  • Wesentlich ist auch die Position auf dem Rücken: Beide Tragegurte verwenden (straffziehen) und die Oberkante der Schultasche sollte auf Höhe der Schultern abschließen.
  • Schultasche nicht einseitig oder am Griff tragen.
  • Wasserflaschen erst in der Schule befüllen, um Gewicht zu vermeiden.


„Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass die Breite der Schultasche der Breite des Rückens entspricht und nicht größer ist. Darüber hinaus sind rutschfestes Material und seitliche Polsterungen empfehlenswert, damit sich der Rückenteil gut an den Rücken anschmiegen kann“, so die AUVA-Expertin Mag. Brigitte-Cornelia Eder. „Es sind inzwischen unzählige ergonomische Schultaschen am Markt erhältlich, die sich an die Kinder anpassen lassen. Der Appell an die Eltern lautet hier, die Schultaschen mit Verstellmöglichkeiten nicht nur zu kaufen, sondern auch wirklich an das jeweilige Kind anzupassen. Vor allem bei Wachstumsschüben des Sprösslings gilt es nicht nur die Kleidung auszutauschen, sondern auch die Schultasche um die jeweilige Einstellung zu erweitern. Für den Fall, dass die Schultasche keine Verstellmöglichkeiten hat, muss eventuell eine neue gekauft werden.“

Rückansicht vom Schulrucksack


Vorsicht bei Rucksäcken und Umhängetaschen

Oft werden Rucksäcke und Umhängetaschen als Alternative zu Schultaschen gekauft: Rucksäcke haben meist ein geringeres Eigengewicht als Schultaschen, daher sind sie bei gleichem Füllgewicht leichter. Der Nachteil ist allerdings oft ihre fehlende Stabilität. Umso wichtiger ist es, Rucksäcke richtig zu packen und in der korrekten Position zu tragen.

Kinder mit Schulrucksack


Umhängetaschen belasten hingegen oft den Rücken einseitig. Wenn sie dennoch zum Einsatz kommen, dann sollten sie abwechselnd links- oder rechtsseitig quer über die Brust getragen werden.

Bewegung oberste Priorität

Neben der Auswahl der richtigen Schultasche ist jedoch körperliche Bewegung das Um und Auf für einen gesunden Stütz- und Bewegungsapparat. Leider kommen aber körperliche Aktivitäten schon bei Kindern häufig zu kurz, weil sie viel zu viel sitzen. Bewegung ist jedoch der Schlüssel zu einer stabilen Wirbelsäule, starker Muskulatur, Koordinationsgeschick sowie einem gut funktionierenden Stoffwechsel.

Am besten und einfachsten ist es, Bewegung in den Alltag zu integrieren: zum Beispiel Wege zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad (Helm nicht vergessen!) fahren und am Nachmittag bzw. Wochenende Zeit mit den Kindern im Freien einplanen. Ganz wichtig ist dabei, eine Art der Bewegung zu finden, die den Kindern Spaß macht. 

Weiterführende Unterlagen finden Sie unter: www.auva.at



Über die AUVA:
Bei der AUVA sind rund 320.000 Unternehmen und über 5 Millionen Personen gesetzlich gegen die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben fast zur Gänze aus den Beiträgen der Dienstgeber und übernimmt dafür die Haftung für Arbeitsunfälle und das Auftreten von Berufskrankheiten. Kernaufgaben der AUVA sind die Verhütung von Arbeitsunfällen sowie die Heilbehandlung und Rehabilitation.  Ziel ist es, Unfallopfer und Beschäftigte mit Berufserkrankungen möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Eine weitere Kernaufgabe der AUVA ist die finanzielle Entschädigung. Diese vier Aufgabenbereiche der AUVA ermöglichen eine integrierte und effiziente Unfallversicherung mit hohem volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen.

Die AUVA betreibt das Traumazentrum Wien mit den beiden Standorten Meidling und Brigittenau/Lorenz Böhler, die Unfallkrankenhäuser Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt und Kalwang sowie die Rehabilitationszentren Meidling (Wien), Weißer Hof (NÖ), Häring (Tirol) und Tobelbad (Steiermark). In den Einrichtungen der AUVA werden jährlich über 370.000 Patientinnen und Patienten auf medizinischem Spitzenniveau versorgt, davon mehr als 46.000 stationär.