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03.07.2018, Salzburg: Mit dem Rad zur Arbeit!


  • Rund 1.927 Wegunfälle mit dem Rad ereigneten sich 2017 in Österreich
  • Ein sicheres und vorausschauendes Fahrverhalten schützt vor Unfällen mit dem Fahrrad
  • Ein Fahrradhelm senkt das Risiko von Kopfverletzungen bei Unfällen erheblich


Gerade jetzt bei schönem Wetter tauschen wieder viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Schülerinnen und Schüler Auto oder Öffentliche Verkehrsmittel gegen das Fahrrad. Doch im Straßenverkehr lauern für Radfahrerinnen und Radfahrer auch viele Gefahren: Unachtsamkeit, Ablenkung, Missverständnisse sowie eigenes und fremdes Fehlverhalten können fatale Folgen haben. 

Laut AUVA-Unfallstatistik ereigneten sich 2017 in Österreich insgesamt 1.927 Wegunfälle mit dem Fahrrad. Davon in Salzburg 265. Die AUVA-Landesstelle Salzburg gibt Tipps für ein sicheres Vorankommen mit dem Fahrrad.

Immer mehr Menschen setzen auf das Fahrrad, um in die Arbeit zu fahren. Laut Daten des Verkehrsministeriums werden in Österreich durchschnittlich sieben Prozent der Wege zum Arbeitsplatz per Rad zurückgelegt. 

2017 ereigneten sich in Salzburg 265 Wegunfälle mit dem Fahrrad. Einer davon mit tödlichem Ausgang. (Tirol: 126, Vorarlberg 87). 

Kontrollverlust über das Fahrrad durch das Opfer selbst gefolgt von Zusammenstößen mit Autos oder anderen Personen sind die die häufigsten Unfallursachen. Altersmäßig ist die Gruppe der 45- bis 54-Jährigen mit 28 Prozent der Fahrrad-Wegunfälle besonders gefährdet. Die unfallträchtigsten Monate sind die Sommermonate Juli, August gefolgt von September.

"Die meisten Fahrradunfälle enden glücklicherweise mit nicht allzu schweren Verletzungen. Todesfälle sind eher selten.", so Wolfang Boesau, Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Salzburg.

Als gesetzliche Unfallversicherung für 4,9 Millionen Personen in Österreich ist es der AUVA ein Anliegen, dass sowohl Arbeitsgeber als auch Arbeitnehmer täglich sicher an ihren Arbeitsplatz kommen. 

Häufige Verletzungen bei einem Fahrradunfall

Bei den Verletzungen überwiegen Wunden und oberflächliche Verletzungen Frakturen sowie Dislokationen, Verstauchungen und Zerrungen. Die oberen und unteren Extremitäten sind am häufigsten von Verletzungen betroffen; der Anteil an Kopfverletzungen beträgt ca. 10 Prozent. 

Wegunfälle stehen unter Versicherungsschutz

Ob mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto – auf dem Arbeitsweg sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die gesetzliche Unfallversicherung der AUVA geschützt.

Wegunfälle durch die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber melden

"Wegunfälle sind im Wesentlichen Arbeitsunfälle, die sich auf dem direkten Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte oder von dort zurück zur Wohnung ereignen. Passiert ein Unfall auf dem direkten Arbeitsweg, besteht Anspruch auf die Leistungen der AUVA", erklärt Boesau. Dieser Versicherungsschutz gilt für selbstständig und unselbstständig Erwerbstätige sowie für Schülerinnen und Studierende. Wegunfälle sind binnen fünf Tagen durch den Arbeitgeber an die AUVA zu melden.

Mehr Zeit für den Arbeitsweg einplanen

Stress und Zeitdruck sind auf dem Weg zur Arbeit gefährliche "Beifahrer". "Um das eigene Unfallrisiko zu senken, sollte man unbedingt genügend Zeit für den Arbeitsweg einplanen. Kennt man den Arbeitsweg per Rad noch nicht, ist es empfehlenswert, die Strecke an verkehrsarmen Tagen einmal abzufahren. Vorhandene Radwege sollte man unbedingt nutzen", rät der Präventionsexperte der AUVA-Landesstelle Salzburg. 

Neben dem richtigen Verkehrsverhalten ist Aufmerksamkeit das oberste Gebot. "Ein Hauptgrund für Fahrrad-Wegunfälle ist Ablenkung. Man sollte sich daher voll und ganz auf den Weg konzentrieren. Aus Sicherheitsgründen ist insbesondere davon abzuraten, während der Fahrt Handy oder Kopfhörer zu verwenden."

Die AUVA berät in zahlreichen Präventionsmaßnahmen zur Unfallvermeidung und gibt Tipps zur Erhöhung der eigenen Sicherheit.

AUVA-Tipps:

  • Richtige Ausstattung: Voraussetzung für sicheres Radfahren ist ein vorschriftsmäßig ausgestattetes Fahrrad. In der Fahrradverordnung sind die erforderlichen Mindestkriterien festgelegt.
  • Wartung und Pflege des Fahrrads erhöhen die Sicherheit. Dies bedeutet, regelmäßig die Beleuchtung zu überprüfen, auf ausreichend Reflektoren oder reflektierende Reifen zu achten sowie Bremsen bzw. Bremsbeläge zu kontrollieren.
  • Sichtbarkeit im Straßenverkehr erhöhen: Besonders bei Dunkelheit müssen Radlerinnen und Radler darauf achten, dass sie gut und weit sichtbar sind. Dabei helfen helle Kleidung, Kleidung mit Reflektoren, Bänder oder Warnwesten in Leuchtfarben und mit reflektierenden Streifen. Schon bei der Dämmerung sollte die Beleuchtung eingeschaltet werden.
  • Fahrradhelm tragen: Das Tragen eines Helms ist die einzige Möglichkeit, den Kopf bei einem Sturz oder einer Kollision vor schwerwiegenden Verletzungen zu schützen. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Helmen in verschiedenen Größen, Formen und Farben. Neben den klassischen Fahrradhelmen findet man auch zunehmend Modelle, die an der hinteren Seite weiter nach unten reichen. Denn gerade Nacken und Schläfenbereich sind immer wieder schwer betroffen. Beim Kauf eines Fahrradhelms sollte darauf geachtet werden, dass das Produkt der Norm EN 1078 (Erwachsene) entspricht und eine CE-Kennzeichnung aufweist.

E-Bikes - schneller ist oft auch gefährlicher

Elektrofahrräder werden immer beliebter. Mit ihnen lassen sich bequem auch längere Strecken zurücklegen. Für die Sicherheit sollte man allerdings bedenken, dass man auf E-Bikes oft schneller unterwegs ist als beim Radfahren mit Muskelkraft. Wichtig ist, die Fahrgeschwindigkeit den Gegebenheiten und dem eigenen Können anzupassen.