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Bau- und Baunebengewerbe


Folgende krebserzeugende Arbeitsstoffe kommen im Bau- und Baunebengewerbe vor:

Asbest

Asbestfasern können nach dem Einatmen zu schweren Erkrankungen der Atemwege und der Lunge führen. Diese treten oft erst nach Jahrzehnten auf. Die seit 1990 verbotenen und heute noch in den Gebäuden vorhandenen asbesthaltigen Baumaterialien gefährden die Gesundheit von Bauarbeiterinnen und -arbeitern sowie Hausbewohnerinnen und -bewohnern, insbesondere bei Sanierungs- und Abbrucharbeiten. 

Die Anzahl der asbestbedingten Erkrankungen der Lunge und des Rippenfells steigt trotz des Verbots seit 1990 stetig an. Zukünftige Erkrankungen können heute nur durch den richtigen Schutz und staubvermeidenden Umgang mit asbesthaltigen Materialen bei Abbruch, Sanierung und Instandhaltung verhindert werden.

linkSteckbrief Asbest

Benzol (z. B. in Motorsägen)

Bei der Verwendung von Tankstellenbenzin als Gemisch zum Antrieb von Arbeitsmitteln mit Zweitaktmotor wird ein nicht unwesentlicher Teil des Treibstoffes unverbrannt ausgestoßen. Handelt es sich dabei um handgeführte Arbeitsmittel, zum Beispiel Freischneider, Heckenschere, Motorsäge dann ist der Auspuff oft so positioniert, dass die Abgase direkt eingeatmet werden.

linkSteckbrief Benzol

KMF – Künstliche Mineralfasern (Dämmstoffe)

Künstliche Mineralfasern stellen einen vielseitig einsetzbaren Baustoff dar. Durch die wärme- und schallisolierende Wirkung werden diese künstlichen Mineralfasern häufig verbaut.

Hinsichtlich des gesundheitlichen Risikopotenzials ist zwischen Keramikfasern sowie "alter" Mineralwolle auf der einen und "neuer" Mineralwolle auf der anderen Seite zu unterscheiden. 

Bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten können Keramikfasern und die sogenannten "alten Mineralwollen" (hergestellt bis 1996, verkauft bis 1998), die krebserzeugend oder krebsverdächtig sind, häufig vorkommen. 

"Neue" Mineralwollen (Glas- und Steinwolle produziert nach 1996) haben dagegen, bei Einhaltung der Staubgrenzwerte, ein geringeres gesundheitliches Risikopotenzial. Sie sind NICHT als krebserzeugend eingestuft und durch entsprechende Gütesiegel gekennzeichnet (EUCEB, RAL).

linkSteckbrief Künstliche Mineralfasern - KMF (Keramikfasern und "alte" Mineralwolle)

PAK – polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (z. B. in Dieselmotoremissionen, steinkohlenteerbasierten Produkten)

Die Bezeichnung PAK beschreibt eine Gruppe von mehreren Einzelverbindungen, die bei der Verbrennung von organischem Material unter Sauerstoffmangel entstehen. PAK finden sich im Baubereich vor allem in Steinkohlenteer-Produkten, die einen hohen PAK-Gehalt aufweisen. Bei Sanierungsarbeiten können diese als Altlasten, z. B. als Parkettkleber, Dachbahnen, mit Steinkohlenteer imprägnierte Hölzer vorkommen.

Bei Dieselmotoremissionen (DME) handelt es sich nicht um einen chemisch eindeutig definierten Stoff, sondern um ein Stoffgemisch, das beim Betrieb von Fahrzeugen oder Maschinen mit Dieselmotoren entsteht. DME bestehen aus gasförmigen und partikelförmigen Anteilen, an denen sich weitere Stoffe, z. B. auch krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) anlagern. Darüber hinaus enthalten Dieselmotoremissionen auch gesundheitlich relevante gasförmige Stoffe, z. B. Stickoxide.

linkSteckbrief PAK

Quarzstaub

In der Bauwirtschaft tritt bei sehr vielen Tätigkeiten Staub auf. In der Regel handelt es sich dabei um mineralischen Mischstaub, z. B. aus Sand, Kalk, Gips, Zement oder Beton. Dieser Mischstaub enthält erfahrungsgemäß auch Quarzfeinstaub (silikogener Staub). Der Quarzanteil im Feinstaub kann sehr unterschiedlich sein und ist u.a. vom zu bearbeitenden Material oder Arbeitsverfahren abhängig. Jeder Staub kann bei hohen Belastungen zu Erkrankungen der Atemwege führen. Darüber hinaus kann Quarzstaub zur Silikose führen und damit auch Lungenkrebs verursachen.

linkSteckbrief Quarzstaub

Edelstahlschweißrauch

linkSteckbrief Edelstahlschweißrauch

Holzstaub

Holzstaub entsteht bei fast allen Holzbe- und verarbeitungsverfahren in unterschiedlichem Ausmaß. 

Die krebserzeugende Wirkung einzelner Holzstäube ist bereits seit über 50 Jahren bekannt, der genaue Wirkmechanismus jedoch bisher nicht geklärt. Bereits seit 1985 ist Buchen- und Eichenholzstaub als eindeutig krebserzeugend eingestuft. In der Zwischenzeit sind bereits ein Großteil der Holzstäube als eindeutig krebserzeugend eingestuft, siehe Anhang V der GKV 2011. linkwww.ris.bka.gv.at/

Alle anderen Holzstäube gelten als Arbeitsstoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial. 

Neben der krebserzeugenden Wirkung kann es durch die Inhalation von Holzstaub zur Entwicklung von Lungenerkrankungen wie chemisch irritativem oder allergischem Asthma bronchiale, aber auch zu einer exogen allergischen Alveolitis kommen. Durch Hautkontakt mit Holzstaub können auch Hauterkrankungen verursacht werden.

linkSteckbrief Holzstaub 

Dieselmotoremissionen (DME)

linkSteckbrief DME