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Krebserzeugende Chemikalien


DMEL-Werte unanwendbar

AUVA rät von ihrer Festlegung ab

Im Zusammenhang mit REACH-Sicherheitsdatenblättern wird von der Europäischen Chemikalienagentur die Festlegung von „DMEL“  (Derived Minimal Effect Levels) als risikobasierte Grenzwerte für krebserzeugende Arbeitsstoffe empfohlen. — Diese Werte dürfen nicht mit den DNEL (Derived No-Effect Levels) verwechselt werden!

Das vorliegende DMEL-Konzept ist in der Praxis aber nicht anwendbar, weil nicht angegeben wird, wie viele Krebserkrankungen (im statistischen Durchschnitt) bei der DMEL-Festlegung als „akzeptierbar“ vorausgesetzt werden sollen. Die Entscheidung über das akzeptierbare Krebsrisiko ist eine gesellschaftliche; sie kann und darf nicht auf die Betriebsebene abgeschoben werden. DMEL sind außerdem in REACH nicht vorgesehen, sie haben keine Rechtsgrundlage.

Trotzdem ist zu erwarten, dass für krebserzeugende Stoffe künftig DMEL-Werte nachgefragt oder angegeben werden. Da die Aussagekraft von DMEL bis zur grundlegenden Überarbeitung in höchstem Maße zweifelhaft sein wird, empfiehlt die AUVA, DMEL-Werte nicht abzuleiten und solche (z. B. im Sicherheitsdatenblatt) nicht anzugeben.

linkDMEL-Werte (Derived Minimal Effect Levels) im Zusammenhang mit REACH-Sicherheitsdatenblättern (100.1 KB)

linkDMELs (Derived Minimal Effect Levels) in relation to REACH Safety Data Sheets (in English) (144.6 KB)

Fachartikel und Übersicht:

linkDMEL-Werte als Grenzwerte für Kanzerogene - Ein problematisches Konzept im Windschatten von REACH (413.5 KB)

Auswertung der bis September 2011 registrierten DMEL-Werte (Fachartikel):

link"Derived Minimal Effect Levels" (DMEL): Defizite ein Jahr nach der REACH-Registrierungspflicht (1.2 MB)

link"Derived Minimal Effect Levels" (DMELs): Shortcomings one year after the REACH registration deadline (in English) (393.3 KB)