DRUCKEN

Verbrennungsbehandlung im UKH Linz


Das UKH Linz hat eine langjährige Erfahrung in der Verbrennungsbehandlung. Bereits im Jahre 1951, bei seiner Eröffnung, verfügte das UKH Linz über einen Verbrennungsoperationssaal mit spezieller Raumlufttechnik ebenso wie speziell ausgestatteten Boxen zur Verbrennungsbehandlung auf der Intensivstation, welche wahrscheinlich die ersten ihrer Art auf europäischem Festland waren.
Durch die in Linz ansässige Schwer- und Chemische Industrie kam es immer wieder zu schwersten Verbrennungsverletzungen, welche im UKH Linz behandelt werden mussten.
Diese Zeit ist mit den Namen Böhler, Schlag, Wechselberger und Povacz verbunden.

Die heute geübte moderne Verbrennungsbehandlung erfordert eine interdisziplinäre Kooperation vieler Fachgebiete, wobei im Vordergrund Chirurgie, Intensivmedizin und Pflege steht.
Verbrennungsbehandlung ist eine Herausforderung auf höchstem technischem Niveau, wobei viele Neuentwicklungen in der Medizin zur Anwendung kommen.
Zusätzlich stellt sie eine physisch und psychisch belastende Tätigkeit für alle Beteiligten über einen langen Zeitraum dar.

Nach primärer Schockbekämpfung sollen alle abgestorbenen Gewebsanteile vom Körper abgetragen, die dabei entstehenden Wunden müssen mit eigener Haut wieder verschlossen werden bevor es zur Infektion kommt. Um dies bei entsprechender Verlust der Haut ermöglichen zu können, werden verschiedene Deckungstechniken sowie Vergrößerungsverfahren der übrig gebliebenen Eigenhaut zur Anwendung gebracht. Durch den Einsatz von diesen, sowie von moderner zellbiologischen Methoden wie der Zellzüchtung und des Tissue Engineering ist es gelungen Patienten mit mehr als 90 % verbrannter Körperoberfläche zu retten. Um diese chirurgischen Techniken zur Anwendung bringen zu können, benötigt man eine intensivmedizinische Betreuung auf höchstem Niveau mit allen Methoden der Organunterstützung und des temporären Organersatzes sowie eine akribische Pflege des Brandverletzten.

Eine intensive Nachbetreuung erfolgt auf physiotherapeutischer und psychologischer Ebene sowohl im eigenen Haus als auch in Rehabilitationszentren der AUVA und anderen Einrichtungen.
Korrigierende Eingriffe werden im Haus oder in Kooperation mit plastischen Chirurgien durchgeführt.

Das Brandverletztenteam des UKH ist außerdem in Fortbildung Unfallverhütung und Forschung aktiv, wobei hier Kooperation mit dem AUVA eigenen Ludwig Boltzmann Institut, Fachhochschule Hagenberg, der Abteilung für Medizin Informatik der Upper Austrian Research sowie der Blutspendezentrale des ÖRK Linz.
Diese Maßnahmen sowie Fortbildungsveranstaltungen werden vom Förderverein Brandverletztenbehandlung e.V. koordiniert.