DRUCKEN

Zusätzliche Erläuterungen zur Entgeltfortzahlung


up

Zuschussberechtigter Dienstgeberkreis

Als Dienstgeberin oder Dienstgeber sind Sie zuschussberechtigt, wenn

  • Sie in Ihrem Unternehmen regelmäßig weniger als 51 Dienstnehmerinnen bzw. Dienstnehmer beschäftigen,
  • Die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer bei der AUVA versichert ist und
    • die Arbeitsverhinderung wegen eines Unfalles länger als drei aufeinander folgende Tage dauerte oder
    • die Arbeitsverhinderung wegen Krankheit länger als zehn aufeinander folgende Tage dauerte und
  • Sie das Entgelt aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung fortgezahlt haben.

Zuschüsse werden auch für Lehrlinge und geringfügig Beschäftigte gezahlt.

up

Erläuterungen zur Dienstnehmerzahl

Bei der Ermittlung der relevanten Dienstnehmerzahl wird auf die wirtschaftliche Gesamttätigkeit der Dienstgeberin bzw. des Dienstgebers abgestellt, d. h. das Unternehmen als Ganzes wird herangezogen, nicht der einzelne Betrieb. Beobachtungszeitraum ist stets das Arbeits- oder Kalenderjahr, in welchem die Entgeltfortzahlung geleistet wurde (Jahresdurchschnitt).

Folgende Personen sind bei der Zahl der regelmäßig beschäftigten Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer nicht zu berücksichtigen:

  • freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer
  • Heimarbeiterinnen und -arbeiter
  • Ferialpraktikantinnen und -praktikanten
  • Präsenzdiener
  • Zivildiener
  • Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer im Mutterschutz
  • karenzierte Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer
  • fallweise bzw. tageweise Beschäftigte

Bei wechselnder Dienstnehmerzahl darf die vorhersehbare durchschnittliche Dienstnehmerzahl pro Jahr nicht mehr als 50 betragen und dürfen an nicht mehr als 30 Tagen im Jahr mehr als 75 Dienstnehmerinnen bzw. Dienstnehmer beschäftigt werden.

Wird die Anzahl von 50 Dienstnehmerinnen bzw. Dienstnehmern nur deshalb überschritten, weil das Unternehmen  Lehrlinge oder begünstigte Behinderte im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes beschäftigt, gilt eine Grenze von bis zu 53 Dienstnehmerinnen bzw. Dienstnehmer. Das gilt jedoch nicht für Unternehmen, die vorwiegend der Ausbildung Jugendlicher oder der Beschäftigung Behinderter dienen, wie Lehrwerkstätten oder integrative Unternehmen.

up

Höhe der Zuschüsse

Zuschüsse werden in Höhe von 50 Prozent zuzüglich eines pauschalen Zuschlages für Sonderzahlungen in Höhe von 8,34 Prozent (insgesamt daher 58,34 Prozent) des tatsächlich fortgezahlten Entgelts geleistet. Für die Berechnung ist im Antrag stets das Bruttoentgelt ohne Lohnnebenkosten unter Außerachtlassung allfällig während der Arbeitsverhinderung anfallender und geleisteter Sonderzahlungen anzugeben. Der Zuschlag für Sonderzahlungen gebührt nicht, sofern die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer keinen grundsätzlichen Anspruch auf Sonderzahlungen hat.

Für Entgeltfortzahlungen ab dem 01. Jänner 2013 gilt, dass die Höhe der Zuschüsse begrenzt wird, indem das tatsächlich fortgezahlte Entgelt für die Berechnung nur bis höchstens zum Eineinhalbfachen der Höchstbeitragsgrundlage nach § 108 Abs. 3 ASVG berücksichtigt wird.

Zuschüsse werden bei Arbeitsverhinderungen durch Krankheit oder nach Unfällen jeweils für höchstens 42 Kalendertage der tatsächlichen Entgeltfortzahlung pro Dienstnehmerin bzw. Dienstnehmer und Arbeitsjahr (Kalenderjahr) gewährt.  

Besteht für dieselben Tage der Entgeltfortzahlung sowohl ein Anspruch wegen Arbeitsverhinderung durch Krankheit und Arbeitsverhinderung nach Unfall, so darf der Zuschuss 50 Prozent des tatsächlich fortgezahlten Entgelts zuzüglich eines allfälligen Sonderzahlungszuschlages  nicht übersteigen.

up

Rückforderung zu Unrecht geleisteter Zuschüsse

Die AUVA hat zu Unrecht geleistete Zuschüsse vom Dienstgeber bzw. von der Dienstgeberin zurückzufordern. Das Recht auf Rückforderung verjährt binnen drei Jahren nach dem Zeitpunkt, in dem der AUVA bekannt geworden ist, dass der Zuschuss zu Unrecht geleistet wurde.

Die AUVA kann bei Vorliegen berücksichtigungswürdiger Umstände, z. B. der wirtschaftlichen Verhältnisse der Dienstgeberin bzw. des Dienstgebers, auf die Rückforderung ganz oder teilweise verzichten oder die Rückzahlung in Teilbeträgen zulassen.

linkEFZ Zuschussverordnung (26.9 KB)